Lieber Jürgen, ich vermisse dich, wir vermissen dich.
Meinen Kinder- und Jugendfreund.
Meinen Nachbarn seit Dekaden, immer hilfsbereit, freudvoll und interessiert.
Wir haben gemeinsam Laufen- und Dreiradfahren gelernt. Jahre auf dem Spielplatz gemeinsam gebuddelt, verstecken gespielt, wild gebolzt, uns beim Seifenkistenrennen im Rosenpark gemessen. Sind mit den Kids der Straße gemeinsam durch Gärten unserer Elternhäuser getobt. Haben gerauft und gelacht … sind in die Klicke der St.Thomas Gemeinde eingetaucht und haben rauschende Partys gefeiert. Irgendwann dann doch eigene Wege gegangen, wie das eben so ist. Und dennoch immer wieder mit einem Lächeln begegnet.
Jürgen, starker Kerl, ein Herz auf zwei kräftigen Beinen, mal ernst mit klarer Kante und dann wieder fröhlich neugierig. Dein kräftiges Zupacken beim Umbau der BKS24 werde ich dir nicht ebenfalls nicht vergessen, genauso wie deine ehrliche klare Haltung, manchmal konservativ und trotzdem völlig offen für gesellschaftliche Vielfalt.
Als sehr talentierter Mopedfahrer hattest du meinen Fähigkeiten einiges voraus, das hat mich etwas neidisch gemacht. Wow, die Schräglage auf der Rennstrecke mit deiner Suzi, Respekt! Ok, dein Akropovic-Auspuff hätte leiser sein können, aber so hat es dir einfach mehr Spaß gemacht. Und dann hast du 2020 konsequent auf dein Bauchgefühl gehört: „Was mache ich da eigentlich? Ich höre auf und verkaufe die Maschine …“. Respekt!
Besondere Freude hat es gemacht, dich in der zunehmend verjüngten Nachbarschaft aufblühen zu sehen. Als Aktivposten hast du den Generationswechsel aktiv mitgestaltet, dich voll integriert und Zeichen gesetzt. Vorbildlich! Meine Hochachtung war dir ebenfalls gewiss, als es darum ging, deinen Bruder Frank zu unterstützen. Klar, unter Geschwistern rappelt es auch mal. Aber wenn es darauf ankam, warst du da und hast dich auch in schwierigen Lebensphasen rührend gekümmert.
Selten haben wir dich mit glasig-glänzenden Augen gesehen. Ja, vor Glück, wenn du stolz von den Töchtern erzähltest. Und gleichzeitig vor Freude strahlend, als wir dich Opa Jürgen nennen durften! „Enkel dürfen bei mir alles! Als erstes schenke ich ein FORD Mustang Tretauto …!“. Ohne Worte
Viele Geschichten bleiben hier unerzählt. Danke, dass wir dich kennen durften.
Machs gut, Jürgen!
Andrea und Uwe von nebenan.